Eine stinknormale Taxifahrt

Ich sage ja – man ist nirgendwo mehr sicher. Nach einem fröhlich durchtanzten Abend strecke ich um etwa zwei Uhr meinen rechten Arm Richtung Straße, um ein Taxi auf der Reeperbahn zum Stillstand zu bringen. Nichts leichter als das. Schon steht das eierschalenfarbene Gefährt vor mir. In dem Moment, in dem ich in den Sitz falle und „Marktstraße, Ecke Karolinenstraße“ angebe, steigen mir die Tränen in die Augen. Es stinkt. Nicht von Zigarettenrauch oder Pfirsichduftbäumen rede ich. Der Mensch hinterm Steuer hat offensichtlich kurz bevor er rechts rangefahren ist, hemmungslos in das Auto gepupst und sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, das Fenster zu öffnen!!
Während er die Reeperbahn entlangkachelt, versuche ich konsequent durch den Mund zu atmen, wohl ist mir selbst dabei nicht. Als die Budapester Straße in Sicht ist, ordnet er sich in den Linksabbieger ein. Da hat ihm wohl etwas das Hirn vernebelt, denn zum Ziel gibt es nur einen Weg: geradeaus! Auf seinen gewiss unbeabsichtigten Fehler mache ich ihn freundlich aber bestimmt aufmerksam, woraufhin er wie eine besengte Sau Gas gibt und fast ein abbiegendes Auto rammt. „Idiot!“ zischt er gereizt. Ich beschließe, dass sich für 500 Meter eine Grundsatzdiskussion über Fahrgastsicherheit nicht lohnt und springe an der Messe raus. Puh. Im wahrsten Sinne.

14 Gedanken zu „Eine stinknormale Taxifahrt

  1. Matt sagt:

    Mundatmung ist in einem solchen Fall übrigens hygienisch gesehen die falsche Lösung. Nasenhaare nämlich fangen die größten Moleküle wenigstens auf, sie sind dann wegschneuzbar. Anders beim Mund, aber ich möchte nicht weiter in die Details gehen.

  2. Joshuatree sagt:

    Fährst Du so selten Taxi? 😉

    btw: Ich möchte hier noch einmal über Taxikosten sprechen. Fahre ich von München nach Unterföhring, kostet es mich nur marginal mehr, als von meinem Büro in HD zum Bahnhof. Das sind nur 3 Km.

    Vom Bahnhof HH bis zur Reeperbahn wurden mir auch ca. 12 Euro abgenommen, allerdings pupsfrei.

  3. Dr Sno* sagt:

    Er hätte sich auch mit den Worten »Sorry, ich hab hier grad gefurzt« umdrehen und dir ne Dose Raumspray Geschmackssorte Vanille ins Gesicht düsen können. [passiert in München Dezember 2007]

  4. Christoph sagt:

    Die Tour HH Hauptbahnhof-Kiez ist ja auch eine touristisch anspruchsvolle und erschlossene Strecke, sodass ein aufgewerteter Fahrpreis durchaus akzeptabel und angemessen sein kann.

  5. Julia Emma Schröder sagt:

    @matt: kein problem. ich erhole mich immer recht schnell.

    @joshuatree: ich hätte 12 euro für sieben minuten gute luft gern berappt.

    @dr. sno*: das ist nicht wahr, oder? wie geschmacklos. ausgerechnet vanille.

    @christoph: aber nur mit entsprechenden kommentaren „zu ihrer linken sehen sie den michel …“

    @anrufe ohne meldung: ich dachte das letzte tabuthema sei geld. :-). ich habe zu danken. auch wenn ich den linkhinweis im 2. kommentar nicht einordnen kann …

  6. mouchi sagt:

    Sorry, vorher hat es nicht geklappt…

    In Hamburg hängt es meiner Erfahrung nach ganz stark davon ab, welchen Funk man erwischt/anruft. Es gibt doch schon eige Fahrer die sind unmöglich, bei anderen Funks sind die Erfahrungen praktisch immer gut. Hilft natürlich nicht, wenn man auf der Straße winkt.

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