Duzende Dienstleister

„Und was möchte Mama bestellen?“ Ich dachte, ich höre nicht richtig, als der breit grinsende Kellner tatsächlich mich bei diesem Satz anschaut. Am liebsten hätte ich ihn gefragt, ob ihm gerade seine Mutter erschienen wäre und ob ihm nicht gut sei?

Ja, ich habe Kinder dabei und ich bin offensichtlich Mutter. Aber was fällt einem erwachsenen Menschen ein, mich MAMA zu nennen? Gruselig genug ist es doch schon, wenn man hört, dass Ehemänner den Namen oder von mir aus auch Kosenamen ihrer Frau vergessen und stattdessen ebenfalls ins „Mama“ rüber rutschen. Spätestens dann rutscht im Schlafzimmer doch kein Slip mehr. Oder einem bei allen Kursen, die rund ums Kind stattfanden, mit Singsangstimme Mamasätze entgegen geflötet wurden: „Und die Mamas stehen jetzt bitte alle mal auf ….“Ich hatte mal einen Vornamen. Dass den der Kellner weiß, wäre zu viel erwartet. Ein schlichtes „Sie“ würde reichen.

2 Gedanken zu „Duzende Dienstleister

  1. Susepuse sagt:

    Liebste Jule,
    Sehr ehrlich und treffsicher formuliert! Habe herzlich geschmunzelt und mich gleichzeitig über die Männer geärgert, die sich ihre Eier erst noch von Mutti abholen müssen. Wo führt das nur hin?

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